Klare und kühle Wandfarben eignen sich gut für Räume, die mit LED- oder Halogenlampen beleuchtet werden.

Farbgestaltung

Eine Frage der Wirkung

Mieter und Eigentümer sollten die Wandfarbe nach den Lichtverhältnissen im jeweiligen Zimmer auswählen. So ersparen sie sich böse Überraschungen.

Beim Einrichten eines Hauses ist das Beleuchtungskonzept von großer Bedeutung: Licht trägt dazu bei, dass wir uns wohlfühlen und auch dazu, das Beste aus einem Raum herauszuholen. Überall dort, wo kein Tageslicht hinkommt, sorgen künstliche Lichtquellen für Helligkeit und Atmosphäre. Dass diese die Wirkung der Wandfarbe beeinflussen, wissen dabei die wenigsten. Daher ist es wichtig, bei der Farbauswahl die Lichtverhältnisse im Zimmer zu berücksichtigen. Die Experten des Farben-Herstellers Alpina geben Tipps.

Farbe absorbiert Licht und verändert sich somit im Auge des Betrachters. Gleichzeitig wirkt sie auf die Stimmung im Raum ein. Gerade bei Kunstlicht kennt man diesen Effekt vom Shoppen: Die Kleidung sieht bei Tageslicht irgendwie anders aus als noch in der Umkleidekabine. Aber woher weiß man, wie sich ein Farbton bei sich veränderndem Lichteinfall verhält? Der Trick ist, Farbkarten an die betreffende Wand zu halten. Und zwar nicht nur bei Tages-, sondern auch bei künstlichem Licht. Denn die Wirkung hängt vor allem von der Lichtquelle ab.

Das gelbliche Licht, das Glühbirnen und Energiesparlampen verbreiten, lässt etwa Rot- und Gelbtöne noch wärmer erscheinen. Grüntönen verleiht es einen gelblichen und Blautönen wiederum einen grünen Schimmer. Am besten passt gelbliches Licht daher zu warmen Farben. 

Wer LED- oder Halogenlampen sein Eigen nennt, kann mit kühlen Wandfarben nichts falsch machen. Denn LEDs spenden bläuliches, kaltes Licht, das Farben am wenigsten verfälscht. Genauso wie das klare, weiße Licht von ungedimmten Halogenlampen. 

Zu beachten sind übrigens nicht nur die Lichtquellen im Haus, sondern auch die vor dem Fenster. Leuchtet zum Beispiel ein rötliches Licht von draußen auf die tiefblaue Wand, erscheint sie abends lila. Das mag ein Vorteil sein, wenn man die Farbe mag. Ansonsten sollte man sich für einen anderen Ton entscheiden.

Wichtig zu wissen ist außerdem, dass die verschiedenen Farbtöne im Raum unterschiedliche Wirkungen erzeugen. Helle Farben vermitteln ein Gefühl von Weite und eignen sich daher besonders gut, um lange Flure und verwinkelte Zimmer optisch zu öffnen. Helle Farben schaffen aber nicht nur Raumhöhe, sondern auch -tiefe. Das kommt besonders Zimmern zugute, die in vielen Wohnungen und besonders in beliebten Altbauten klein ausfallen.

Hat das eigene Reich tiefe Decken, dann kann auch hier ein heller Farbton Wunder vollbringen. Der Klassiker Weiß ist nur eine Möglichkeit. Auch ein zurückhaltender Grauton oder helle Blautöne schaffen eine besondere Raumtiefe und scheinen sich optisch auszubreiten.